Apulien Rundreise in 8 Tagen:
Die schönsten Orte im Süden
Türkisfarbenes Meer, helle Kalksteinstädte, verwinkelte Altstadtgassen und jahrhundertealte Olivenbäume: Der Süden Apuliens vereint einige der schönsten Seiten Italiens auf vergleichsweise engem Raum.
Diese Apulien Rundreise in 8 Tagen führt dich von Brindisi zunächst tief in den Salento. Du entdeckst die spektakuläre Adriaküste rund um Otranto, badest an den Stränden des Ionischen Meeres, unternimmst eine Bootsfahrt zu den Grotten von Santa Maria di Leuca und besuchst anschließend die berühmten Orte des Valle d’Itria. Auf der Route liegen unter anderem Lecce, Ostuni, Polignano a Mare, Monopoli, Alberobello und Locorotondo. Trotz der vielen Stationen bleibt genügend Zeit für Strandaufenthalte, entspannte Abende und natürlich die apulische Küche.
Viele Stationen dieser Rundreise gehören zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Apuliens. Dort findest du außerdem weitere Highlights, falls du deine Reise verlängern oder die Route individuell anpassen möchtest.
Die Route im Überblick
Tag 1: Ankunft in Brindisi und Fahrt zur Masseria
Tag 2: Grotta della Poesia, Baia dei Turchi und Otranto
Tag 3: Punta della Suina und Gallipoli
Tag 4: Santa Maria di Leuca und Bootsfahrt
Tag 5: Lecce und Ostuni
Tag 6: Grotte di Castellana, Polignano a Mare und Monopoli
Tag 7: Alberobello und Locorotondo
Tag 8: Brindisi und Rückflug
Alle Orte der Route findest du in unserer interaktiven Karte. Die Karte kannst du vor der Reise speichern und unterwegs auf dem Smartphone öffnen. So siehst du nicht nur die einzelnen Stationen, sondern kannst auch spontan weitere Strände, Aussichtspunkte oder Restaurants in deine Tour einbauen. (Apulien-Route in Google Maps öffnen)
Ist die Route in acht Tagen machbar?
Die Tour ist abwechslungsreich, aber gut machbar. Voraussetzung ist ein Mietwagen, da viele Strände, Masserien und kleinere Orte mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur umständlich erreichbar sind. Direkt am Flughafen Brindisi befinden sich verschiedene Mietwagenanbieter.
Für eine möglichst entspannte Reise empfehlen wir zwei unterschiedliche Unterkünfte:
- Vier Nächte in einer Masseria im Raum Lecce oder im zentralen Salento, z.B. Masseria Giamarra
- Drei Nächte in einer Masseria bei Ostuni, Monopoli oder im Valle d’Itria, z.B. Masseria Peppeturro
Dadurch wird Tag 5 zum natürlichen Unterkunftswechsel. Du besichtigst zunächst Lecce, fährst anschließend Richtung Norden und verbringst den Abend in Ostuni.
Eine Masseria ist ein für Apulien typischer, häufig befestigter Gutshof. Viele dieser ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen wurden behutsam renoviert und werden heute als Agriturismo oder Boutiquehotel genutzt. Häufig liegen sie zwischen Olivenhainen und bieten einen Pool, ein eigenes Restaurant oder ein Frühstück mit regionalen Produkten.
Tag 1: Ankunft in Brindisi und Fahrt zur Masseria
Nach der Landung am Flughafen Brindisi übernimmst du deinen Mietwagen und fährst zu deiner ersten Unterkunft. Für die ersten vier Nächte eignet sich eine Masseria im Raum Lecce, Melendugno oder im zentralen Salento.
Achte bei der Auswahl darauf, dass die Unterkunft nicht zu weit im Landesinneren liegt. Eine Lage östlich oder südöstlich von Lecce ist ideal für die Ausflüge nach Otranto, Gallipoli und Santa Maria di Leuca.
Sehr zu empfehlen ist hier die Masseria Giamarra. Dort erwartet dich eine besonders persönliche Atmosphäre: Jeden Morgen werden frisch zubereitete Kuchen serviert, die von der Inhaberin selbst gebacken werden. Am Abend kannst du im hauseigenen Restaurant essen – häufig begleitet von kleinen Programmen, bei denen zum Beispiel traditionelle Pizzica-Tänzer auftreten.
Je nach Ankunftszeit kannst du den ersten Tag ganz entspannt ausklingen lassen. Viele Masserien servieren am Abend ein Menü aus regionalen Zutaten. Nach dem Flug ist ein Essen in der Unterkunft meist angenehmer, als noch einmal in eine größere Stadt zu fahren.
Typisch für Apulien sind unter anderem:
- Orecchiette mit verschiedenen Saucen
- Focaccia pugliese
- Burrata und frischer Mozzarella
- Gemüse und Hülsenfrüchte aus der Region
- Taralli und Oliven zum Aperitivo
- Lokale Weine wie Primitivo, Negroamaro oder Salice Salentino
Noch mehr kulinarische Empfehlungen findest du in unserem Überblick über 12 typische Gerichte aus Apulien. Darunter sind sowohl bekannte Klassiker als auch Spezialitäten, die dir während dieser Rundreise immer wieder begegnen werden.
Tipp: Plane am ersten Tag kein festes Besichtigungsprogramm. Flugverspätungen, Mietwagenübernahme und die Fahrt zur Unterkunft benötigen häufig mehr Zeit als erwartet.
Tag 2: Grotta della Poesia, Baia dei Turchi und Otranto
Der zweite Tag verbindet eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten des Salento mit einem ausgedehnten Strandaufenthalt und einem Abend in Otranto.
Morgens: Grotta della Poesia
Fahre möglichst früh zur Grotta della Poesia bei Roca Vecchia. Die kreisförmige Grotte liegt direkt an der felsigen Adriaküste und ist durch den Einsturz der ehemaligen Höhlendecke entstanden. Durch eine Öffnung ist sie mit dem Meer verbunden.
Früher war die Grotta vor allem für die Bilder von Menschen bekannt, die von den Felsen in das türkisblaue Wasser sprangen. Inzwischen sind das Baden und Springen in der Grotte aus Sicherheits- und Schutzgründen untersagt. Das Verbot wird allerdings vor Ort nicht immer eingehalten. Zum Schutz der Anlage solltest du dich dennoch unbedingt an die geltenden Regeln halten. Auch der Zugang kann saisonal reguliert oder kostenpflichtig sein. Informiere dich daher kurz vor deinem Besuch über die aktuellen Bedingungen.
Die Grotte lohnt sich dennoch als kurzer Zwischenstopp. Plane ungefähr 60 Minuten für die Besichtigung und einen Spaziergang durch die archäologisch interessante Küstenlandschaft ein.
Mittags und nachmittags: Baia dei Turchi
Anschließend geht es weiter zur Baia dei Turchi, einem der bekanntesten Strände an der Adriaküste des Salento. Der Name erinnert an die türkischen Truppen, die der Überlieferung nach im 15. Jahrhundert in dieser Bucht landeten, bevor sie Otranto angriffen.
Vom Parkplatz führt ein Fußweg durch einen Pinienwald zur Küste. Je nach gewähltem Zugang solltest du ungefähr 15 bis 25 Minuten für den Weg einplanen. Nimm möglichst nur das Nötigste mit und trage bequeme Schuhe oder feste Sandalen.
Die Bucht besteht aus hellen Sandabschnitten und flachen Felsen. Das klare Wasser und die geschützte Lage machen sie zu einem schönen Ort für eine längere Badepause. In der Hauptsaison solltest du früh ankommen, da die zugänglichen Strandabschnitte begrenzt sind. Alternativ kannst du einen Platz in einem der bewirtschafteten Strandbereiche reservieren.
Abends: Otranto
Am späten Nachmittag fährst du weiter nach Otranto. Die von Mauern umgebene Altstadt liegt direkt am Meer und gehört zu den stimmungsvollsten Orten des Salento. Sehenswert sind insbesondere die Kathedrale mit ihrem großflächigen Bodenmosaik, das Castello Aragonese sowie die kleinen Gassen zwischen Hafen und Stadtmauer. Otrantos Stadtbild erzählt zugleich viel von der wechselvollen Vergangenheit der Region. Warum im Salento griechische, römische, byzantinische und normannische Einflüsse aufeinandertreffen, erfährst du in unserem Überblick über die Geschichte Apuliens.
Beginne mit einem Spaziergang entlang der Uferpromenade und gehe anschließend durch die Porta Alfonsina in die Altstadt. In den Gassen findest du kleine Geschäfte, Keramikläden, Bars und Restaurants. Zum Abendessen bietet sich frischer Fisch oder eine typische Puccia salentina an – ein rundes Brot, das mit Gemüse, Käse, Fleisch oder Fisch gefüllt wird. Nach Einbruch der Dunkelheit wirkt die beleuchtete Altstadt besonders schön. Erst nach dem Abendessen fährst du zurück zu deiner Masseria.
Tag 3: Punta della Suina und Gallipoli
Nach der Adriaküste am Vortag lernst du heute das Ionische Meer kennen. Der Tag beginnt an einem der schönsten Strandabschnitte südlich von Gallipoli und endet in der historischen Altstadt der Hafenstadt.
Vormittag und früher Nachmittag: Punta della Suina
Die Punta della Suina liegt in einem von Pinien und mediterraner Vegetation geprägten Küstenabschnitt. Kleine Sandbuchten wechseln sich mit flachen Felsen ab, während das Wasser bei ruhigem Wetter besonders klar erscheint.
Der Strand ist vor allem im Sommer beliebt. Fahre deshalb möglichst am Vormittag hin. Von den Parkplätzen führt ein kurzer Weg durch den Pinienwald zum Meer.
Neben frei zugänglichen Abschnitten gibt es bewirtschaftete Bereiche mit Liegen, Sonnenschirmen, Getränken und kleinen Speisen. Für einen längeren Aufenthalt in der Hauptsaison lohnt sich eine Reservierung.
Badeschuhe sind praktisch, da nicht alle Einstiege ins Wasser aus feinem Sand bestehen. Nimm außerdem ausreichend Sonnenschutz mit: Natürlicher Schatten ist direkt am Wasser nur begrenzt vorhanden.
Später Nachmittag und Abend: Gallipoli
Am Nachmittag fährst du in das etwa zehn Kilometer entfernte Gallipoli. Die historische Altstadt liegt auf einer kleinen Insel und ist über eine Brücke mit dem neueren Stadtgebiet verbunden. Parke dein Auto möglichst auf dem Festland oder auf einem der ausgewiesenen Parkplätze vor der Altstadt. Die schmalen Gassen erkundest du am besten zu Fuß.
Zu den wichtigsten Stationen gehören:
- Das Castello Angioino direkt an der Brücke
- Der alte Hafen mit seinen Fischerbooten
- Die Kathedrale Sant’Agata
- Die von Palazzi gesäumten Altstadtgassen
- Die Stadtmauer mit Blick auf das Ionische Meer
- Der kleine Stadtstrand Spiaggia della Purità
Besonders schön ist ein Rundgang entlang der äußeren Stadtmauer. Von dort blickst du auf das offene Meer und kannst beobachten, wie sich das Licht am späten Nachmittag langsam verändert. Gallipoli ist außerdem für Fisch und Meeresfrüchte bekannt. Probiere beispielsweise gegrillten Oktopus, frittierte Meeresfrüchte oder Pasta mit Muscheln. Als kleiner Snack eignet sich ein Rustico leccese, ein mit Béchamelsauce, Tomate und Mozzarella gefülltes Blätterteiggebäck.
Bleibe nach Möglichkeit bis zum Sonnenuntergang. Die Westlage macht Gallipoli zu einem der schönsten Orte der Route für einen Abend am Meer.
Tag 4: Santa Maria di Leuca und Bootsfahrt mit Aperitivo
Heute erreichst du den südlichsten Punkt des Salento. Santa Maria di Leuca liegt an der Spitze des italienischen Stiefelabsatzes und ist für seine Küstenlandschaft, historischen Villen und zahlreichen Meeresgrotten bekannt.
Vormittag: Santa Maria di Leuca
Beginne den Tag oberhalb des Ortes beim Santuario di Santa Maria de Finibus Terrae. Direkt daneben steht der weithin sichtbare Leuchtturm von Leuca. Von der Anhöhe blickst du über den Hafen und die Küste. Über eine monumentale Treppe gelangst du hinunter in den Ort. Am unteren Ende befindet sich die Cascata Monumentale – ein künstlicher monumentaler Wasserfall, der allerdings nur zu bestimmten Terminen mit Wasser gefüllt wird. Anschließend kannst du an der Uferpromenade entlanglaufen und die historischen Villen betrachten. Viele von ihnen wurden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in ungewöhnlichen, teilweise orientalisch oder klassizistisch wirkenden Baustilen errichtet.
Nachmittags: Bootsfahrt zu den Grotten
Das eigentliche Highlight des Tages ist eine Bootsfahrt entlang der Küste. Rund um Santa Maria di Leuca befinden sich zahlreiche Grotten, die sich am besten vom Wasser aus entdecken lassen. Zu den bekannten Höhlen gehören unter anderem die Grotta del Diavolo, die Grotta del Drago und die Grotta dei Giganti.
Je nach Anbieter führen die Touren entlang der adriatischen, der ionischen oder beider Küstenseiten. Viele Ausflüge beinhalten einen Badestopp sowie einen kleinen Aperitivo mit Taralli, Oliven, Käse oder einem Glas Wein. Buche die Bootsfahrt in der Hauptsaison vorab. Die Durchführung hängt von Wind und Wellengang ab. Lege den Ausflug deshalb möglichst nicht auf deinen letzten Urlaubstag, damit du bei einer wetterbedingten Absage noch ausweichen kannst. Nach der Bootsfahrt bleibt Zeit für einen Aperitivo am Hafen oder ein Abendessen in Santa Maria di Leuca. Anschließend fährst du zurück zu deiner Masseria.
Tipp: Falls du auf dem Rückweg noch Energie hast, kannst du einen kurzen Zwischenstopp in einem der kleinen Orte des südlichen Salento einlegen. Specchia zählt beispielsweise zu den besonders schönen Dörfern im Landesinneren.
Tag 5: Lecce und Ostuni
Tag 5 verbindet zwei vollkommen unterschiedliche Städte. Morgens packst du dein Gepäck und fährst zunächst nach Lecce, wo du den Vormittag in der barocken Altstadt verbringst. Anschließend verlässt du den Salento und fährst nach Ostuni, wo du deine zweite Unterkunft beziehst.
Vormittag: Lecce
Lecce wird häufig als die Hauptstadt des Salento bezeichnet. Das historische Zentrum ist für den besonders detailreichen Barocco Leccese bekannt. Der helle, vergleichsweise weiche Kalkstein der Region ermöglichte aufwendig verzierte Fassaden mit Figuren, Pflanzen und Ornamenten. Beginne deinen Rundgang an der Porta Napoli oder der Porta Rudiae. Von dort erreichst du zu Fuß die wichtigsten Sehenswürdigkeiten:
- Basilica di Santa Croce
- Piazza Sant’Oronzo
- Römisches Amphitheater
- Piazza del Duomo
- Kathedrale von Lecce
- Kleine Gassen rund um die Via Giuseppe Libertini
Plane mindestens drei bis vier Stunden für Lecce ein. Die Altstadt ist kompakt, aber viele Fassaden, Innenhöfe und Kirchen erschließen sich erst, wenn du dir etwas Zeit nimmst. Für eine Pause solltest du einen Caffè leccese probieren. Dabei wird Espresso mit Eiswürfeln und süßer Mandelmilch serviert. Dazu passt ein Pasticciotto, ein kleines Mürbeteiggebäck mit Cremefüllung.
Nachmittags und abends: Ostuni
Nach dem Mittagessen fährst du weiter Richtung Norden nach Ostuni. Für die nächsten drei Nächte eignet sich eine Unterkunft in der Umgebung der Stadt oder im angrenzenden Valle d’Itria. Besonders empfehlenswert ist die Masseria Peppeturro, deren Zimmer teilweise in traditionellen Trulli untergebracht sind und die idyllisch von Olivenhainen umgeben ist – perfekt, um das authentische Apulien zu erleben.
Ostuni wird wegen seiner weiß gekalkten Häuser als Città Bianca, die weiße Stadt, bezeichnet. Die Altstadt liegt auf einem Hügel und ist schon aus der Ferne gut zu erkennen. Parke außerhalb des historischen Zentrums und erkunde die Altstadt zu Fuß. Zwischen Treppen, Torbögen und kleinen Gassen geht es stetig bergauf bis zur Kathedrale. Direkt daneben verbindet der reich verzierte Arco Scoppa zwei historische Gebäude.
Für einen schönen Blick auf die weiße Altstadt lohnt sich vor oder nach dem Rundgang ein Stopp an einem Aussichtspunkt außerhalb des Zentrums. Am Abend erwachen die kleinen Restaurants und Bars in den Gassen zum Leben.
Ostuni ist der richtige Ort für ein langsames Abendessen. Probiere Orecchiette, Fave e Cicoria – ein Püree aus Saubohnen mit Zichoriengemüse – oder Fleischgerichte aus dem nahe gelegenen Valle d’Itria.
Tag 6: Grotte di Castellana, Polignano a Mare und Monopoli
Der sechste Tag ist einer der abwechslungsreichsten Reisetage. Am Morgen geht es tief unter die Erde, anschließend an die spektakuläre Küste von Polignano a Mare und am Abend in die Hafenstadt Monopoli.
Morgens: Grotte di Castellana
Starte früh zu den Grotte di Castellana. Das weitläufige Höhlensystem gehört zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Apuliens.
Es werden gewöhnlich zwei unterschiedliche Führungen angeboten:
- Eine kürzere Route über etwa einen Kilometer und rund 50 Minuten
- Eine vollständige Route über etwa drei Kilometer und rund 100 Minuten
Die längere Tour führt bis zur berühmten Grotta Bianca. Der Betreiber empfiehlt, Tickets spätestens am Vortag online zu kaufen und mindestens 15 Minuten vor Beginn der Führung am Eingang zu sein. In den Höhlen herrschen ganzjährig ungefähr 16 bis 17 Grad. Nimm daher auch im Hochsommer eine leichte Jacke mit.
Für diesen vollgepackten Reisetag ist die kurze Führung ausreichend. Interessierst du dich besonders für Geologie und Höhlen, solltest du stattdessen die vollständige Tour buchen und deinen Aufenthalt in Polignano etwas kürzer halten.
Mittags und nachmittags: Polignano a Mare
Anschließend fährst du nach Polignano a Mare. Der Ort ist vor allem für die von hohen Felsen eingerahmte Bucht Lama Monachile bekannt. Den berühmtesten Blick auf die Bucht hast du von der Brücke an der Via Traiana. Gehe danach durch das Stadttor in die kleine Altstadt. In den verwinkelten Gassen öffnen sich immer wieder Aussichtsterrassen mit Blick auf die steile Küste und das tiefblaue Meer.
Zu den schönsten Beschäftigungen in Polignano gehören:
- Spaziergang durch die Altstadt
- Aussicht auf Lama Monachile
- Besuch der verschiedenen Meeresterrassen
- Eis oder Granita in einer der Gelaterien
- Mittagessen mit Blick auf die Küste
- Suche nach den Gedichten und Schriftzügen an Treppen und Hauswänden
Lama Monachile ist wunderschön, aber klein und im Sommer häufig sehr voll. Für einen längeren Strandtag gibt es angenehmere Orte. Auf dieser Route dient Polignano daher vor allem als Besichtigungs- und Mittagsstopp.
Später Nachmittag und Abend: Monopoli
Von Polignano sind es nur wenige Kilometer bis nach Monopoli. Die Stadt wirkt trotz ihrer Bekanntheit vielerorts noch wie eine echte apulische Hafenstadt. Beginne am Porto Antico. Die blau gestrichenen Fischerboote vor den hellen Häusern gehören zu den charakteristischsten Motiven der Stadt. Anschließend kannst du durch die Altstadt zur Kathedrale Madonna della Madia und zum Castello Carlo V laufen.
Rund um die historische Stadtmauer befinden sich mehrere kleine Buchten. Die Cala Porta Vecchia liegt unmittelbar unterhalb der Altstadt und eignet sich im Sommer für eine kurze Abkühlung. Bleibe zum Abendessen in Monopoli. Die Auswahl reicht von einfachen Focaccia-Bäckereien bis zu Fischrestaurants und modernen Bars. Danach fährst du zurück zu deiner Unterkunft.
Tag 7: Alberobello und Locorotondo
Am vorletzten Tag lernst du zwei der bekanntesten Orte des Valle d’Itria kennen. Beide liegen nur eine kurze Fahrt voneinander entfernt, unterscheiden sich aber deutlich voneinander.
Vormittag: Alberobello
Fahre möglichst früh nach Alberobello. Der Ort ist für seine Trulli bekannt – weiß gekalkte Kalksteinhäuser mit charakteristischen kegelförmigen Dächern. Die Trulli wurden in Trockenbauweise ohne Mörtel errichtet. In Alberobello befinden sich mehr als 1.500 dieser Gebäude, vor allem in den Vierteln Rione Monti und Aia Piccola. Das Ensemble gehört zum UNESCO-Welterbe.
- Im Rione Monti stehen besonders viele Trulli dicht nebeneinander. In zahlreichen Gebäuden befinden sich heute Geschäfte, Souvenirläden und kleine Lokale. Der Bereich ist fotogen, kann im Tagesverlauf aber sehr voll werden.
- Aia Piccola wirkt ruhiger und ursprünglicher. Viele Trulli werden noch immer als Wohnhäuser genutzt. Verhalte dich entsprechend respektvoll und fotografiere nicht ungefragt in private Höfe oder durch geöffnete Türen.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind der zweistöckige Trullo Sovrano, die Kirche Sant’Antonio in Trulloform und der Aussichtspunkt Belvedere Santa Lucia.
Für Alberobello solltest du ungefähr drei Stunden einplanen. Kommst du vor den meisten Tagesausflüglern an, kannst du die Gassen deutlich entspannter erleben.
Nachmittags: Locorotondo
Anschließend fährst du nach Locorotondo. Der Name bedeutet sinngemäß „runder Ort“ und verweist auf den annähernd kreisförmigen Grundriss des historischen Zentrums. Anders als Alberobello wird das Zentrum nicht von Trulli, sondern von weiß gekalkten Häusern mit den typischen schrägen Dächern geprägt. Blumengeschmückte Balkone, helle Gassen und sorgfältig gepflegte Fassaden verleihen Locorotondo eine ruhige und elegante Atmosphäre.
Beginne deinen Rundgang an der Villa Comunale. Von der Promenade blickst du über das Valle d’Itria mit seinen Weinbergen, Olivenhainen und verstreuten Trulli. Danach kannst du ohne festes Ziel durch das historische Zentrum laufen. Sehenswert sind unter anderem die Chiesa Madre di San Giorgio und die kleinen Gassen rund um die Via Nardelli.
Locorotondo ist zudem für seinen Weißwein bekannt. In einer Enoteca kannst du den lokalen Locorotondo DOC probieren. Plane für die Rückfahrt selbstverständlich eine Person ein, die keinen Alkohol trinkt.
Den letzten Abend verbringst du in deiner Masseria oder noch einmal in Ostuni. Ein Abendessen unter freiem Himmel zwischen Olivenbäumen ist ein schöner Abschluss der Rundreise.
Tag 8: Brindisi und Rückflug
Am letzten Tag geht es zurück nach Brindisi. Wie viel Zeit du für die Stadt hast, hängt von deiner Abflugzeit ab. Bei einem späteren Flug kannst du den Mietwagen zunächst in der Nähe des Zentrums parken und einen kurzen Rundgang unternehmen. Brindisi war bereits in der Antike ein bedeutender Hafen und bildete den Endpunkt der Via Appia. Oberhalb des Hafens steht heute noch eine der römischen Säulen, die zu den Wahrzeichen der Stadt gehört. Für einen kurzen Besuch eignen sich:
- Lungomare Regina Margherita
- Die römische Säule und die Virgilstreppe
- Piazza Duomo
- Kathedrale von Brindisi
- Palazzo Granafei-Nervegna
- Ein letzter Espresso oder Aperitivo am Hafen
Plane ausreichend Zeit für die Rückgabe des Mietwagens ein. Tankstellen befinden sich nicht immer unmittelbar an der Rückgabestation, weshalb du vor der Fahrt zum Flughafen prüfen solltest, wo du das Fahrzeug auftanken kannst.
Damit endet deine achttägige Reise durch den Süden Apuliens.
Die beste Reisezeit für diese Apulien-Rundreise
Die Route verbindet Städte, Strände und Naturziele. Besonders angenehm sind deshalb die Monate Mai, Juni, September und Anfang Oktober.
In dieser Zeit ist es meist warm genug für Strandbesuche, während Sehenswürdigkeiten und Altstädte häufig weniger überlaufen sind als im Juli und August. Für einen klassischen Badeurlaub bieten die Monate von Mai bis September die besten Voraussetzungen.
Im Hochsommer solltest du mit hohen Temperaturen, vollen Stränden und deutlich mehr Verkehr rechnen. Reserviere dann Unterkünfte, Strandliegen, Bootsausflüge und beliebte Restaurants möglichst frühzeitig.
Im Frühjahr und Herbst kann das Wetter wechselhafter sein. Dafür sind die Temperaturen für Stadtbesichtigungen und Spaziergänge angenehmer.
Praktische Tipps für den Roadtrip
Mietwagen
Ein kleiner oder mittelgroßer Mietwagen ist für diese Reise vollkommen ausreichend. Besonders in den Altstädten und auf engen Zufahrtsstraßen ist ein großes Fahrzeug eher hinderlich. Fotografiere das Auto bei der Übernahme gründlich und achte darauf, dass vorhandene Schäden im Übergabeprotokoll vermerkt sind.
ZTL und Parken
Viele italienische Altstädte besitzen eine Zona a Traffico Limitato, kurz ZTL. Die Zufahrt ist nur für berechtigte Fahrzeuge erlaubt und wird häufig mit Kameras überwacht. Versuche nicht, direkt bis zum Hotel, Restaurant oder zur Sehenswürdigkeit zu fahren. Suche stattdessen vorab nach offiziellen Parkplätzen außerhalb des historischen Zentrums.
Bootsfahrt reservieren
Die Bootsfahrt in Santa Maria di Leuca solltest du besonders zwischen Juni und September vorab buchen. Wähle nach Möglichkeit einen Anbieter, der bei einer wetterbedingten Absage eine Umbuchung oder Rückerstattung ermöglicht.
Eintrittskarten
Für die Grotte di Castellana ist eine Onlinebuchung sinnvoll. Auch bei anderen Attraktionen können sich Eintrittspreise, Öffnungszeiten und Zugangsregeln kurzfristig ändern.
Ausrüstung für die Strände
Für diese Route sind folgende Dinge praktisch:
- Badeschuhe
- Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor
- Kopfbedeckung
- Trinkflasche
- Leichtes Strandtuch
- Kleine Kühltasche
- Feste Sandalen oder leichte Schuhe für Küstenwege
Reiseprogramm flexibel halten
Die Strand- und Bootstage sind wetterabhängig. Bei starkem Wind kann die See an einer Küste unruhig sein, während auf der gegenüberliegenden Seite des Salento deutlich bessere Bedingungen herrschen. Tausche deshalb bei Bedarf die Tage 2, 3 und 4 untereinander. Auch Lecce eignet sich gut als Alternative für einen bewölkten oder windigen Tag.
Fazit: Lohnt sich eine 8-tägige Rundreise durch Südapulien?
Acht Tage reichen aus, um die wichtigsten Orte im Süden Apuliens kennenzulernen und trotzdem mehrere Stunden am Meer zu verbringen. Die Route verbindet die felsige Adriaküste rund um Otranto mit den Sandstränden am Ionischen Meer, dem barocken Lecce und den weißen Städten des Valle d’Itria.
Durch den Unterkunftswechsel in Ostuni bleiben die Fahrstrecken überschaubar. Gleichzeitig erlebst du zwei unterschiedliche Landschaften: zunächst den warmen, mediterranen Salento und anschließend das von Trulli, Masserien und Olivenhainen geprägte Landesinnere nördlich von Brindisi.
Die Tour ist ideal für alle, die Apulien nicht ausschließlich als Badeziel erleben möchten. Zwischen Grotten, historischen Städten, kleinen Hafenorten und langen Abenden bei apulischem Essen zeigt die Region auf dieser Route ihre ganze Vielfalt.
Reichen dir acht Tage nicht aus, findest du in unserer Apulien-Übersicht weitere Ideen für eine längere Rundreise durch die gesamte Region.
